Brief an alle Eltern!

Liebe Eltern,

herzlichen Dank, dass Sie uns so zügig und zuverlässig Ihre Emailadressen gegeben haben. Ich bin froh, dass wir die notwendigen Vorbereitungen diese Woche getroffen haben, denn Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat heute in einer Pressekonferenz mit seinen Ministern bekannt gegeben, dass aufgrund der dynamischen Entwicklung des Prozesses um den Erreger COVID-19 (Coronavirus) die Notwendigkeit besteht, alle bayerischen Schulen bis nach den Osterferien (19.04.) zu schließen.

In einer Allgemeinverfügung wurden nun weitere Details veröffentlicht. Hier die wichtigsten Auszüge:

  1. Konsequenzen für Schülerinnen und Schüler

–          Schülerinnen und Schüler müssen dem  Unterricht und jeglichen schulischen Veranstaltungen von Mo. 16.03.2020 bis einschließlich So. 19.04.2020 (Ende der Osterferien) fernbleiben. Die Nichtteilnahme ist dadurch entschuldigt. Danach wird eine Bestandsaufnahme gemacht und entschieden, ob die Schulen wieder geöffnet werden oder ggf. eine Verlängerung der Maßnahme notwendig ist.

–          Angesichts dieses längerfristigen Zeitraums müssen jedoch alle Möglichkeiten genutzt werden, die den Schulen sowie den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen, um diesen Unterrichtsausfall aufzufangen.

Kultusminister Piazolo hat ausdrücklich betont, dass in den nächsten drei Wochen keine Ferien sind, sondern lediglich kein Unterricht in der Schule stattfinden kann. Wir haben als Grundschule Mitterskirchen soweit die Vorkehrungen getroffen, dass die Schülerinnen und Schüler Bücher und Hefte mit nach Hause genommen haben und von der Klassenlehrkraft mit Lernmaterial versorgt werden. Dies handhabt jede Klassenlehrkraft individuell. Einige haben Arbeitsblätter mitbekommen, andere werden von den Lehrern immer mit dem jeweiligen Tagens-/Wochenpensum per Email versorgt. Achten Sie bitte darauf, dass die Schüler weitgehend selbstständig arbeiten. Die Schüler sollen die freie Zeit vor allem auch zum Lesen nutzen. Die Eingabe bei Antolin ist z.B. jederzeit möglich.

 

  1. Anwesenheitspflicht
  • Das Sekretariat/Rektorat ist an den Schultagen zu den üblichen Unterrichtszeiten (i.d.R. 8.00 – 12.00 Uhr) besetzt und erreichbar.

 

  1. Konsequenzen für Lehrkräfte und sonstiges an der Schule tätiges Personal
  • Es besteht kein Betretungsverbot der Schule für Lehrkräfte und sonstiges Personal. Lehrer haben grundsätzlich Dienstpflicht, diese setzt sich u.a. zusammen aus Erstellen und Verteilen von Unterrichtsmaterialien an die Schülerinnen und Schüler, die Wahrnehmung administrativer Tätigkeiten, Planung zur Nachholung des Unterrichts für die Zeit nach Aufhebung des Betretungsverbots und der Betreuung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Notfallbetreuungsprogramms an Schulen.

Konkret bedeutet dies für die Grundschule Mitterskirchen, dass die Klassenlehrkräfte in den nächsten drei Wochen bis zu den Osterferien darauf achten, dass weiterhin „gelernt“ wird und die Kinder mit entsprechendem Material versorgen.

 

  1. Notfallbetreuung
  • Die Einrichtung eines Betreuungsangebotes für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6. Jahrgangsstufen ist erforderlich, um in Bereichen der kritischen Infrastruktur die Arbeitsfähigkeit der Erziehungsberechtigten, die sich andernfalls um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssten, aufrecht zu erhalten. Zu den Bereichen kritische Infrastruktur zählen insbesondere die Gesundheitsversorgung, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz) und die Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung). Grundvoraussetzung ist, dass beide Erziehungsberechtigte der Schülerinnen und Schüler, in Fall von Alleinerziehenden der Alleinerziehende, in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind.

Für uns als Schule wäre es wichtig, vorab zu wissen, ob es Kinder gibt, die aufgrund der Tätigkeit beider Erziehungsberechtigter oder Alleinerziehender im Bereichen der kritischen Infrastruktur (siehe oben) und fehlender häuslicher Betreuungsmöglichkeit, ein Betreuungsangebot an der Schule benötigen (Ausschließlich nur in diesem Fall laut Kultusminister Piazolo!). Bitte schreiben Sie mir in diesem Fall eine E-Mail. Wir müssten dann ein solches Angebot auf die Beine stellen und auch schauen, wie der Transport geregelt werden kann. Die Notfallbetreuung erstreckt sich wenn dann auch nur auf den Zeitraum der regulären Unterrichtszeit. Des Weiteren gelten folgende Bedingungen: Die Kinder dürfen keine Krankheitssymptome aufweisen. Sie dürfen nicht in Kontakt mit infizierten Personen stehen bzw. es müssen seit dem Kontakt mit Infizierten 14 Tage vergangen sein. Die Kinder dürfen sich nicht in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenem Risikogebiet aufgehalten haben. Dies alles ist von den Eltern auch per Unterschrift zu bestätigen.

 

Ich weiß, dass sich nun viele offene Fragen ergeben, z.B. zu den Regelungen des Übertritts oder zur Schuleinschreibung. Ministerpräsident Söder und Kultusminister Piazolo haben einhellig betont, dass keinem Schüler ein Nachteil aus dieser Situation entstehen darf. Daran werden wir uns strikt halten. Alles weitere werden wir in den nächsten Tagen und Wochen erfahren und Sie werden selbstverständlich umgehend darüber informieren.

Ich empfehle Ihnen außerdem den Blick auf die Seite des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Die Allgemeinverfügung ist nachzulesen unter: https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/6901/unterricht-an-bayerischen-schulen-wird-eingestellt.html

 

Grundsätzlich möchte ich noch anmerken, dass diese Maßnahme eine Notmaßnahme ist, in einer Situation, die wir alle so noch nicht erlebt haben. Die Maßnahme dient dem Schutz aller, vor allem aber der Risikokandidaten. Die Kanzlerin, aber auch der Ministerpräsident haben in ihren Statements ausdrücklich appelliert, die Sozialkontakte zu verringern. Setzen Sie dies also bitte in den nächsten Wochen in der persönlichen Lebensgestaltung um. Lassen sie die Kinder zu Hause und verzichten Sie auf unnötigen Kontakt zu anderen Menschen. Sensibilisieren Sie die Kinder für die Hygieneregeln. Gesundheit ist unser oberstes Gebot. Es gilt in diesen schwierigen Zeiten zusammenzustehen, Verzicht zu üben und gegenseitig aufeinander zu achten. Dann werden wir auch diese Krise überstehen.

Sollten Sie mir eine Email oder Antwort zukommen lassen, dann bitte ich um Angabe des Namens des Kindes und der Klasse, da ich nicht alle persönlich kenne.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft und vor allem Gesundheit in den nächsten Wochen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Manuel Hackner, Rektor